Aufruhr und Sorge in Stralsund. Möbelriese XXXLutz plant eine Neuansiedlung auf fast 30.000 Quadratmetern an der Stralsunder Chaussee mit einem Jahresumsatz von 30 Millionen Euro. So viel, wie die ansässigen mittelständischen Familienbetriebe zusammen erwirtschaften. Beschließt die Bürgerschaft die Ansiedelung des Giganten, kann dies das Aus für die lokalen Möbelhändler und damit den Verlust von Arbeitsplätzen und gelebter Tradition in der Region. 

Marktoffenheit oder regionale Unternehmen schützen?

XXXLutz ist seit Jahren auf Expansionskurs. Durch Übernahmen und Zukäufe von kleinen und mittelständischen Möbelhäusern in ganz Deutschland, die in das Imperium integriert werden, wächst der österreichische Konzern unaufhaltsam. Dabei geht XXXLutz nicht gerade behutsam vor. Kaum sind die kleinen Betriebe geschluckt, werden Mitarbeiter entlassen und die Häuser radikal auf Umsatz getrimmt. Die Konzernchefs wollen schnelle Rendite und bringen so regelmäßig Gewerkschaften und Politiker gegen sich auf. 

Die Politik in Stralsund hingegen sieht die Ansiedelung des Giganten eher als Kompliment. Oberbürgermeister Badrow (CDU) spricht sich für eine „Marktoffenheit“ und gegen „Protektionismus“ aus und sieht keine Gefahr für die hiesigen Unternehmen. Nach einem TV-Bericht des NDR zeigte der OB jedoch Gesprächsbereitschaft und kündigte an, sich mit den Inhabern der ortsansässigen Möblern zu einem Austausch zu treffen.  

Akute Gefährdung der Möbelhäuser der Region

Es herrscht zwingender Handlungsbedarf, denn ein Gutachten der Hamburger Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH (GMA)  sieht eine akute Gefährdung der Möbelhäuser aus der Region. Die Bürgerschaft tagt am 1. Oktober zum Thema und muss darüber entscheiden, ob sie den Weg freigibt für die Ansiedelung eines überregionalen Profit-Riesen oder die regionalen Familienbetriebe schützt und dafür eine gesunde Struktur im Land erhalten bleiben kann. 

Fakt ist, dass sich bei einer Ansiedelung des Möbelriesen regional gelebte und bewährte Strukturen verändern werden. Zwar werden Arbeitsplätze geschaffen und das klingt zunächst verlockend, doch hinter den Kulissen sieht die Realität für Mitarbeiter meist ganz anders aus.  

Gemeinsam kämpfen

Interliving MMZ setzt seit 30 Jahren auf Qualität und auf eine individuelle, persönliche Ansprache der Kunden, viele davon seit langer Zeit Stammkunden des Familienbetriebes. Ein Modell, das in der Region ankommt und durch XXXLutz vom Aus bedroht ist. „Wir werden gemeinsam kämpfen, um die Ansiedelung XXXLutz‘ zu verhindern“, so Melanie Rocksien-Riad, Inhaberin von Interliving MMZ.  

Wir brauchen Ihre Unterstützung! Schreiben Sie dem OB der Stadt Stralsund, Alexander Badrow oder schicken Sie eine E-Mail an den Präsidenten der Bürgerschaft  praesident.buergerschaft@stralsund.de und helfen Sie mit, die regionalen Möbelhäuser zu erhalten!